Warum Tauchen mein Leben verändert hat – meine Tauchstory

Hi ihr Lieben und schön, dass ihr wieder da seid – heute plaudere ich einfach mal etwas über das Tauchen und meine ganz persönliche Tauchstory. Wie kamen Ben und ich zum Tauchen, warum hatte ich anfangs furchtbare Angst und wie habe ich diese Angst überwunden?:) Lest selbst:



Angefangen hat alles mit dem Schnorcheln in Ägypten vor ca. 4 Jahren. Hier gab es das erste Mal richtig schöne Riffe, die darauf gewartet haben von uns erobert zu werden. Außerdem lag das Riff direkt an unserem Hotelstrand. Ben und ich waren zwar vorher bereits in Griechenland ab und an mal schnorcheln, aber wirklich ernst nehmen konnte man das nicht, da es hier eh nichts zu sehen gab und deshalb kam es nie zu langen Schnorchelausflügen.

Angekommen in Ägypten haben wir nun voller Freude unsere neuen Taucherflossen, Brille und Schnorchel angelegt und los gehts! Denkste. Nach ein paar Sekunden hatte ich „literweise“ Wasser in meinem Schnorchel, den ich auch nicht heraus gepustet bekommen habe, außerdem hatte ich eine solche Angst vor Wasser in meiner Tauchbrille, dass ich sie so fest zugezogen habe, dass ich Kopfschmerzen davon bekam. Die Flossen waren auch furchtbar, denn wie sollte ich mich bitte so schnell völlig panisch mit ihnen hinstellen, wenn ich wieder mal meinen Schnorchel „entleeren“ musste? Ihr merkt schon, eine ziemliche Katastrophe :D.

So also verliefen die nächsten Schnorchelgänge, die nächsten Jahre. Immer das gleiche. Ich wollte nach ein paar Minuten nicht mehr, da ich ständig keine Luft, wegen dem Wasser in meinem Schnorchel bekam, während Ben nicht alleine schnorcheln wollte, wegen der Haie ( 😀 ). Ja ok. Lustig im Nachhinein, zu der Zeit eher nicht so :D.

Ihr könnt euch ja vorstellen wie begeistert ich war, als Ben Ende 2014 für unseren nächsten Urlaub in Thailand einen Tauchschein geplant hat. Er wollte ihn unbedingt für Australien haben und ich muss an dieser Stelle auch nochmal kurz einwerfen, dass dieses ganze Schnorchel-Hass-Ding eigentlich gar nicht zu mir passt. Egal ob Ziplining, Parasailing, reiten, schnelle Karussells oder sonst was. Ich lieb das alles wie verrückt! Diese ganze Wassergeschichte jedoch hat mich fertig gemacht :D.

Glücklicherweise war ich zu dem Zeitpunkt noch davon überzeugt, dass tauchen wahrscheinlich eh viel einfacher als schnorcheln ist-

„Da hat man ja dieses Atemgerät im Mund – da kommt ja kein Wasser rein!“

😉



Im Januar 2015 sind wir dann im wunderschönen Thailand angekommen und bereits am zweiten Tag ging es direkt zur Tauchschule „Sea Dragon“ in Khao Lak. Wir haben alle kennengelernt, diverse Formulare unterschrieben und unser Lehrbuch bekommen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass alles was mir in der folgenden Nacht durch den Kopf gegangen ist, die Worte waren: „Falls Sie eine Dekompressions Krankheit haben, müssen Sie in eine Druckkammer. So etwas haben wir aber nicht, Sie müssen bitte hier unterschreiben, dass das für Sie ok ist.“

Ok, das war beruhigend……..

Ich hatte zu dem Zeitpunkt weder eine Ahnung, was genau eine Dekompressions Krankheit ist, noch was genau diese Druckkammer damit zu tun hat. Aber gut, ich musste unterschreiben, ich wollte ja den Tauchschein machen.

(Kurze Note dazu: ich bin noch in keiner Tauchschule gewesen, die eine hatte, oft sind diese ein paar Stunden entfernt, das ist völlig normal, man muss jedoch darauf hingewiesen werden und wer sich an alle Regeln hält, bekommt auch keine Dekompressions Krankheit 😀 )

Ok. Los gehts! Kommen wir zum ersten Tag unseres Tauchscheins. Ich war so aufgeregt, dass ich kein Bissen zum Frühstück herunter bekam. Ben war da wesentlich entspannter!

Im Tauchcenter angekommen empfing uns unser Tauchlehrer Roger, ein Schweizer, der uns direkt den Zahn zog uns sagte: Oft kommen Paare hierher, von denen meistens nur einer wirklich tauchen lernen will, der andere macht meistens nur zum Gefallen mit. Das könnt ihr gleich vergessen. Wer hier nur zum Gefallen des Partners mitmacht, wird direkt heute an seine Grenzen kommen und aufgeben, das könnten wir uns dann jetzt gleich sparen. Ich nickte stumm und hielt trotz meiner Angst daran fest, dass ich es auf jeden fall probieren will, ich lies mir also nichts anmerken. Wir bestätigten, dass wir es beide wollen und fuhren fort.

Wir haben nun also unser ganzes Equipment zusammen gesucht und sind für alle Übungen in den Pool gegangen.

Ok. Jetzt war es soweit – das erste mal auf die Knie gehen und unter Wasser atmen. Roger sagte uns bereits, dass das jetzt sehr aufregend für uns beide werden wird und wenn er merkt, dass wir uns langsam beruhigen, fängt er mit den ersten Übungen an.

Was soll ich sagen, die ersten Sekunden unter Wasser waren: ICH KRIEG KEINE LUFT- ICH KRIEG KEINE LUFT!!!

Meine Augen hielten sich an Ben und Roger´s Augen fest und ich merkte nach ein paar Sekunden, dass ich ja doch Luft kriege :D. Ich fing an mich zu beruhigen und wir begannen die ersten Übungen.

Die ersten zwei Tage verbrachten wir im Pool. Wir übten den Regulator aus dem Mund und wieder rein zu nehmen, wir lernten wie es sich anfühlt, wenn der Tank leer ist, in dem er ihn zudrehte, wie es sich anfühlt ohne Tauchbrille zu tauchen und auch, wie man sie unter Wasser ausatmet, wenn sich darin Wasser sammelt. Wir lernten ALLES, was unser Überleben unter Wasser sichert, egal in welcher Situation. Immer wieder. Ich nannte diese Übungen liebevoll Todesübungen, da sie wirklich meine vollste Überwindungen kosteten. Zumindestens am Anfang.

Denn jetzt kommt der Wendepunkt.

Ich habe mich meiner größten Angst gestellt. Immer und immer wieder. Bis sie irgendwann nicht mehr da war. Irgendwann wusste ich: jetzt zieh ich´s durch! Egal wie sehr das Wasser in meinen Augen brennt oder wie lange ich ausatmen muss, bis ich meinen Regulator wieder in meinem Mund habe. Es war mir alles egal, ich habe mich jetzt einfach nicht mehr gefürchtet, weil ich gemerkt habe, dass nichts Schlimmes passiert.:) Das ist mit vielen, wenn nicht sogar mit allen Ängsten so. Sie sind nur in unserem Kopf und wenn wir uns ihnen stellen, immer und immer wieder, merken wir, dass gar nichts Schlimmes passiert.



Am Ende der Geschichte steht meine große Liebe zum Tauchen. Diese Schwerelosigkeit, das Gefühl fliegen zu können, die Tiere und eine völlig neue Welt unter Wasser zu entdecken. Das ist etwas, was ich jedem wünsche mal erlebt zu haben! Ich habe mittlerweile um die 35 Tauchgänge und bin tiefenentspannt unter Wasser. Ben und ich haben unseren Advanced Tauchschein gemacht und gingen auf Mauritius sogar auf Haitauchgang. Leider haben wir, wie in diesem Artikel über Haie bereits erwähnt, keinen Hai gesehen, aber toll war es trotzdem!:)

Vor was habt ihr so richtig Angst? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar!:)

xoxo Susann

Hi! Ich bin Susann und bereise seit November 2016 die Welt als Full-Time-Reiseblogger. Ich liebe Abenteuer und freue mich all meine Erlebnisse und Erfahrungen mit dir auf ichbinreisen.de zu teilen!:)

2 thoughts on “Warum Tauchen mein Leben verändert hat – meine Tauchstory

  1. Liebe Susan,

    wie schön zu lesen, dass es dir am Anfang genauso ergangen ist wie mir. Bei mir war es der erste richtige Freiwassertauchgang, der mich beim OWD an meine Grenzen gebracht hat. Nach mittlerweile über 100 Tauchgängen, bin ich so froh, dass ich meine Angst damals überwunden habe. Tauchen ist für mich zu einer großen Leidenschaft geworden! Das Gefühl abzutauchen in diese andere Welt ist unbeschreiblich und für Menschen die nicht tauchen, oft nur schwer nachvollziehbar.

    Liebe Grüße

    1. Hallo meine Liebe,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Toll, dass du deine Ängste auch überwunden hast! Über 100 Tauchgänge! Wow, da möchte ich auch mal hin.:) Hab einen wunderschönen Tag!
      Liebe Grüße Susann

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