Sri Lanka Reisebericht (Teil I) – Der Smaragd des Indischen Ozeans

Hi Leute! Der heutige Sri Lanka Reisebericht ist der erste Teil der Fortsetzung meiner Reise nach Dubai und wird noch um einen weiteren Teil und einen Bericht über die Lofoten erweitert. Wenn Du meinen Dubai Reisebericht noch nicht kennen solltest, lohnt es sich also auch dort noch einmal reinzuschauen :).

Der Flug von Dubai nach Colombo ist mit 4.5h Reisezeit und +1.5h Zeitverschiebung etwas angenehmer als der von Düsseldorf nach Dubai (6.5h Reisezeit, +3h Zeitverschiebung). Da wir über Nacht fliegen, kommen wir früh morgens um 4Uhr Ortszeit in Sri Lanka an. Die trockene Hitze in Dubai (wir hatten etwa 25°C) ist im Vergleich zum feuchtwarmen Klima am Flughafen von Colombo (Nachts ebenfalls bei 25°C, tagsüber etwa 32°C) ein wahrer Segen…

Unser Plan für die nächsten Tage ist ziemlich übersichtlich, enthält aber viele Einzelheiten, die teilweise geplant, teilweise spontan von Tag zu Tag besprochen werden:

  1. Rundreise durch das Landesinnere (Colombo -> Sigiriya -> Kandy -> Nuwara Eliya -> Ella -> Thissamaharama -> Koggala)

  2. Strandurlaub in Koggala und Umgebung

„Kumara“, unser Guide für die nächsten 5 Tage, bereitet uns einen warmen Empfang mit kaltem Wasser und erklärt uns kurz den Plan für den Tag, bevor es durch die Dämmerung zu unserem ersten Bestimmungsort, Sigiriya, geht. Es ist noch sehr dunkel und inmitten des Berufsverkehrs auf der viel befahrenen Landstraße A1, wird uns schnell klar, dass es eine hervorragende Entscheidung war, das Land nicht komplett auf eigene Faust zu erkunden. Verkehrsregeln scheint es, ebenso wie Ampeln, nicht zu geben also gilt das Gesetz des Stärkeren:

LKW haben Vorrang vor PKW. PKW vor TukTuks (Autorikschas). Diese wiederum vor Rollern und so weiter…

Das wichtigste Utensil ist hierbei die (Licht-)Hupe, die Wahlweise bei Nacht bzw. Tag genutzt wird, um auf sich und sein fahrtechnisches Vorhaben aufmerksam zu machen. Überraschenderweise funktioniert der Verkehr in dieser Form jedoch ziemlich gut und man erkennt auch schnell den vermeintlichen Grund im Vergleich zu europäischen Verhältnissen: Entspanntheit und gegenseitiger Respekt. So einfach kann es manchmal sein :).



 

E I N  E R S T E R  E I N D R U C K

Sigiriya

 

Je heller es wird, desto gigantischer sind die ersten Eindrücke des Landes, das so grün ist, dass es auch als „Smaragd des Indischen Ozeans“ bezeichnet wird. Dieses Mal ist es das Asien, das ich aus Filmen wie „The Beach“ kenne und ich liebe es schon jetzt.

Nach guten 4 Stunden Autofahrt, inklusive erstem einheimischen Snack und traditionell dazu gereichtem schwarzen Tee anstatt Kaffee, erreichen wir das „Inn on the Tree“, unsere Unterkunft für die kommende Nacht. Ich muss zugeben, ich war ein wenig skeptisch, als wir das sanitär erweiterte Baumhaus gebucht haben und hatte so ziemlich jede Fantasie in Bezug auf alles Lebende was sich inmitten des singhalesischen Dschungels befindet. Ich hatte sogar eine ziemliche Sch***angst, um ganz ehrlich zu sein, aber dieses Hotel, so viel kann man jetzt schon vorwegnehmen, war das Beste unserer gesamten Reise!

Die 5-tägige Tour durch das Zentrum Sri Lankas haben wir bereits einige Wochen im Voraus mit einem lokalen Veranstalter (Gihan Tours) geplant, der uns sowohl als Fahrer, als auch als Guide, durch die schönsten Orte des Landes führt. Nach einem erholsamen Mittagsschlaf und einer ersten Gewöhnungsphase im Baumhaus machen wir uns auf in unser erstes großes Abenteuer: Elefantensafari im Minneriya National Park. Auf der Suche nach den größten noch lebenden Landtieren der Erde sehen wir Warane, Affen und beeindruckende Vogelarten, die sich in allen nur erdenklichen Farben zeigen.

Eine einmalige Atmosphäre die nur getoppt wird durch den Anblick meiner ersten frei lebenden Elefantenherde, nur wenige Meter von uns entfernt. Zum ersten Mal auf einer Reise spüre ich Dankbarkeit für ein Erlebnis das so atemberaubend ist, dass es schwer fällt es in Worte zu fassen. Ich versuche jeden Moment mit meiner Kamera festzuhalten und wechsele dabei ständig zwischen einer kleinen Elefantenfamilie, die sich um ihr nur wenige Wochen altes Kalb kümmert und der großen Herde, die sich vor einer imposanten Gebirgskette in Richtung See bewegt. Wie in Trance erlebe ich diesen Moment und bemerke erst als mein Objektiv voller Wassertropfen ist, dass wir mitten im Monsunregen stehen. Nur kurz den Jeep wieder wettertauglich gemacht und das Objektiv grob vom Wasser befreit und ich fotografiere weiter…

Schon jetzt bin ich mir sicher, das tollste Erlebnis der Reise gehabt zu haben, doch das war bei weitem erst der Anfang!



 

P I D U R A N G A L A  S E H E N  U N D  S T E R B E N

Eine echte Grenzerfahrung

 

Gestärkt von den ersten Eindrücken des Vortags und nach einer unglaublich erholsamen Nacht, untermalt mit den Geräuschen des Dschungels, geht es auf zu meiner ersten großen Mutprobe. Eines meiner Must-Have Fotos aus Sri Lanka und ohne Zweifel DAS Panorama schlechthin ist der Blick vom Pidurangala auf den Sigiriya Rock. Ein von Touristen sehr gut besuchter Felsvorsprung, auf dessen Plateau sich die Ruinen einer historischen Festung befinden. Der hohe Eintrittspreis von etwa 4000 Rupien (ca. 25€) pro Person ist nur ein weiterer Grund den etwa 1km entfernten Pidurangala Rock zu besteigen, der mit gerade einmal 500 Rupien als Spende an die ansässigen Mönche ohnehin die bessere Aussicht verspricht. Einziges Problem, ich habe mir vor unserer Reise die Hinweise auf TripAdvisor durchgelesen und wurde somit unwillkürlich auf die Gefahren der mitten im Dschungel liegenden Alternative aufmerksam gemacht:

„Nehmt auf jeden Fall einen Stock mit, um die Kobras zu verscheuchen!“

„Riesige Hornissennester machen den Aufstieg zu einer echten Qual!“

„Am Ende muss man ein kleines Stückchen klettern, aber das schaffen auch kleine Kinder!“

Klar… Die haben auch keine Angst davor in einer 5m tiefen Felsspalte mitten im singhalesischen Urwald festzustecken! Keiner dieser drei Hinweise war in irgendeiner Weise hilfreich. Der einzige brauchbare Tipp kam von Kumara, der uns riet aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse erst nach Dämmerung und nicht bei Regen auf den Berg zu steigen. Neben ein paar Hunden, die uns wahlweise begleiten oder sich zum Schlafen unter kleinere Felsen legen, sehen wir weder Schlangen, noch Hornissen oder andere Tiere. Der Morgen ist trocken und klar, aber die hohe Luftfeuchtigkeit und die steigenden Temperaturen machen es anstrengend, den etwa 300m Hohen Pidurangala zu erklimmen. Erst als uns der Monsunregen auf etwas mehr als der Hälfte der Strecke überrascht, wird es körperlich etwas angenehmer. Leider wächst in mir auch ein unsicheres Gefühl mit Gedanken an das letzte Stück…

Ich bin mir nicht mehr sicher, wie genau ich es fertiggebracht habe mich an den rutschigen Wänden hochzuziehen und durch Felsspalten zu kriechen, die nur wenige Zentimeter breiter waren als ich, aber ich habe es geschafft. Nach etwa einer Stunde und am Ende meiner körperlichen und geistigen Kräfte oben angekommen, bekomme ich einen fantastischen Blick… auf Hochnebel! So dicht, dass ich kaum meine eigenen Hände sehen kann wenn ich sie ausstrecke…

Ich kann nicht fassen, dass alle Anstrengungen umsonst gewesen sein sollen und als es auch noch anfängt zu blitzen verliere ich fast die Hoffnung auf ein gutes Foto… Ich sträube mich gegen einen, vermutlich sinnvolleren, sofortigen Abstieg und warte über eine weitere Stunde im strömenden Regen, unter einem Vorsprung, auf den passenden Moment. Nur für ein paar Sekunden öffnen sich die Wolken und erlauben einen kurzen Blick auf den Sigiriya Rock. Es ist nicht das Foto geworden, das ich mir erhofft habe, aber genau darum geht es. Nimm das was du bekommst und mach das Beste daraus! Diesen Moment habe ich für immer eingefangen und die Erfahrung kann mir niemand mehr nehmen.



 

B H U D D A  W A S  H E R E

Kandy – Die heimliche Hauptstadt des Landes

 

Zurück im Inn on the Tree befreien wir uns von unserem unfreiwilligen Wetsuit und gönnen uns eine warme Dusche, bevor es in die heimliche, kulturelle Hauptstadt „Kandy“ geht, deren Name mich daran erinnert, dass ich seit mehreren Stunden nichts gegessen habe.

Das Großartige an den wenigen, dafür viel befahrenen Straßen Sri Lankas ist, dass man an jeder Ecke ein paar leckere einheimische Spezialitäten und frische Früchte bekommt. Unser Proviant über den Tag besteht daher meistens aus einer Staude kleiner Bananen, Mangos und einer Hand voll Cracker und Keksen. Als besondere Delikatesse gönnen wir uns heute außerdem eine King Coconut. Im Vergleich zu grünen Kokosnüssen, die wir aus deutschen Supermärkten kennen, besitzt diese Art viel mehr Flüssigkeit und dafür weniger Fruchtfleisch. Der Geschmack ist etwas süßlich und erinnert ein wenig an Mandelmilch. Die Singhalesen verwenden die King Coconut für viele Exportgüter wie u.a. das in Europa sehr begehrte und teure Kokosnussöl, das in Sri Lanka für fast alle Speisen verwendet wird. Richtig lecker!

Auf etwa 500m ü.NN angekommen ist das Klima etwas milder. Wir nutzen den sonnigen, aber angenehmen Tag für einen Bummel durch die Stadt, die neben dem sagenumwobenen „Sri Dalada Maligawa“, einem Tempel der den linken Backenzahn von Buddha beherbergen soll, viele Geschäfte bietet und deutlich lebendiger ist als Sigiriya. Ein abendlicher Spaziergang entlang des großen Sees „Kiri Muhuda“ zeigt mir tolle Möglichkeiten für Fotos und so genießen wir einen entspannten Sonnenuntergang in der geografischen Mitte des Landes. Bevor wir in das Galaxy City Hotel fahren, welches zwar etwas außerhalb liegt, aber ein sehr modernes Zimmer bietet, essen wir das erste einheimische Curry und lassen den Abend mit einer tollen Aussicht auf die Stadt ausklingen…



 

D I E  H I G H L A N D S

Ein wenig Kultur muss schon sein

 

Am nächsten Morgen entscheiden wir spontan den Botanischen Garten in Peradeniya zu besuchen, der auf unserem Weg nach Nuwara Eliya liegt und als schönste gärtnerische Anlage in ganz Asien gilt. Eine sehr gute Idee, denn wie sich später herausstellt, sehen wir neben unzähligen eindrucksvollen Bäumen und wunderschönen Pflanzen auch unsere ersten wilden Flughunde. Eine unvergleichbare Geräuschkulisse, die wir fälschlicherweise vorerst für Zikaden halten, führt uns zu einem der größten Bäume des Parks. Je näher wir kommen, desto klarer wird uns, dass es sich um die sonst eher nachtaktiven Fledertiere handelt, die wie wir die ersten Sonnenstrahlen des Tages genießen und sich zu Hunderten versammelt haben. Ein wahnsinniger Anblick!

Etwas sehr ähnliches denkt sich vermutlich auch die 5-köpfige Gruppe Hutaffen, die unseren Rückweg kreuzt. Diese ist jedoch weniger an den Flughunden, als an dem Lunchpaket interessiert, das wir netterweise vom Galaxy City Hotel für das verpasste Frühstück erhalten haben. Hochorganisiert und mit einer erschreckenden Präzision reißt einer der Affen die Tüte von unten auf während die anderen das Diebesgut entwenden und wegrennen. Als ich Melanie mit aufgerissenem Doggybag zwischen den weglaufenden Affen sehe muss ich schon ein wenig schmunzeln… Schmecken tut es scheinbar gut. Ob dem dicklichen Chef der Affenbande der Joghurt auch bekommen ist, den wir seit etwa 2h bei brüllender Hitze durch die Gegend getragen haben, ist aber eine andere Frage :P…



Von Peradeniya aus fahren wir weiter auf der A5 in Richtung Nuwara Eliya. In den Highlands merkt man sehr schnell, dass die Luft dünner wird und das Klima mit etwa 15°C gewohnte Züge annimmt. Auch die im Kolonialstil erbauten Häuser erinnern stark an Zuhause. Nur die immer noch überwältigende Aussicht auf die weitläufigen Teeplantagen lassen mich merken, dass ich mich immer noch in Sri Lanka befinde. Ein kurzer Halt an den Ramboda Wasserfällen, bevor wir etwas über das größte Exportgut des Landes erfahren. Der schwarze Tee (das nach dem früheren Namen des Landes auch als Ceylon Tee bekannte Heißgetränk) ist zweifelsohne DAS Überbleibsel des Kolonialismus und nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle des Landes. Grüner Tee, der übrigens aus der gleichen Pflanze gewonnen wird wie schwarzer Tee, wird neben weißem und rotem Tee nur bedingt verarbeitet und gilt als geschmacksneutral, dafür aber sehr gesund. Probieren durften wir auch. Alle vier Sorten und in unterschiedlicher Intensität. Durchaus eine Alternative zum sonst von mir bevorzugten Kaffee.

Nur unweit entfernt von der Teefabrik besuchen wir eine kleine Holzschnitzerei. Ebenso wie der Anbau von Tee hat auch die handwerkliche Verarbeitung von lokal wachsenden Bäumen eine lange Tradition in Sri Lanka. Besonders imposant ist die Herstellung von Naturfarben aus dem sogenannten „Regenbogenbaum“. Durch einfachste chemische Prozesse (Zugabe von Limonensäure, Eisen, etc.) verändern die in Wasser gelösten Holzspäne des Baumes ihre Farbe von rot, über grün zu blau oder gelb. Eine kleine Zaubershow, die einen äußerst praktischen Nutzen hat. Die so hergestellten Farben werden zur Verschönerung der Holzarbeiten verwendet und halten angeblich sogar deutlich länger als künstliche Erzeugnisse. Wow!

Um 600g Tee, einen kleinen Holzelefanten und ein paar Devotionalien reicher verlassen wir unseren Aufenthaltsort in Richtung Nanu Oya Bahnhof…



 

I N F O S  &  L I N K S

 

  • Soundtrack zum Trip: Gentleman – Different Places
  • Fluggesellschaft: Emirates (sehr bequeme Sitze mit viel Platz, cooles Entertainment-System, leckeres Essen, freundliches Personal, pünktlich)
  • Hotel(s):
    • Sigiriya: Inn on the Tree (simple aber ausreichende Ausstattung, einmaliges Erlebnis, sehr zu empfehlen)
    • Kandy: Galaxy City Hotel (sehr modern, sehr gepflegt, schnelles WiFi, etwas außerhalb)
  • Essen: Frische Früchte gibt es an jeder Straßenecke, einheimisches Curry ist eine echte Geschmacksexplosion und nicht so scharf wie man denkt, die Garküche in Sri Lanka ist ebenfalls sehr empfehlenswert, internationale Küche nur bedingt (achtet generell auf das äußerliche Erscheinungsbild, die Hygiene lässt sich entsprechend gut einschätzen)
  • Round Trip: Gihan Tours (sehr zu empfehlen wenn man in kurzer Zeit möglichst viel sehen möchte, komplett individuell gestaltbar, unglaublich nette Guides und eine sehr herzliche fast familiäre Betreuung)
  • Elefantensafari: Minneriya National Park (tolles Erlebnis, sehr empfehlenswert, Park kann variieren je nach Aufenthaltsort der Elefanten)
  •  Video(s):

Weitere Fotos, Videos und Stories findest Du unter:



Ich hoffe der erste Teil von meinem Sri Lanka Reisebericht hat dir gefallen. Nächste Woche gibt es bereits den zweiten Teil. Unter anderem werde ich über weitere aufregende Begegnungen mit der hiesigen Tierwelt erzählen und warum es sich lohnt in Sri Lanka mit dem Zug zu fahren! Ich werde euch verraten, ob wir es geschafft haben einen Leoparden in freier Wildbahn zu fotografieren und warum man ein guter Schwimmer sein sollte, wenn man Strandurlaub am Indischen Ozean macht…

Hattest Du auch schon einmal eine Grenzerfahrung, wie ich auf dem Pidurangala? Was war deine krasseste Story? Lass es uns wissen und hinterlasse einen Kommentar!

Ich freue mich auf deine Geschichte!

Beste Grüße

Dustin

Hi, ich bin Dustin! Seit ich vor einigen Jahren meine Liebe zur Fotografie entdeckt habe, sehe ich die Welt mit anderen Augen. Ich liebe die Natur und bin so oft es geht draußen, immer auf der Jagd nach dem nächsten spektakulären Ort und Foto…
Einen Teil meiner bisherigen Abenteuer und Bilder findest du hier auf ICHBINREISEN.de – Ich freue mich auf dein Feedback!

3 thoughts on “Sri Lanka Reisebericht (Teil I) – Der Smaragd des Indischen Ozeans

    1. Vielen lieben Dank! Sri Lanka ist ein wirklich tolles Land mit großartigen Menschen.
      Am Dienstag kommt noch der zweite Teil, vielleicht findest Du dort auch noch ein paar Tipps & Anregungen…

      LG

      Dustin

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