Sri Lanka Reisebericht (Teil II) – Die Träne Indiens

Hi und willkommen zurück zum zweiten Teil von meinem Sri Lanka Reisebericht! Es freut mich, dass Du dich für meine Geschichte interessierst und wissen möchtest, wie die Reise weitergeht… Falls Du jetzt nicht weißt wovon ich spreche, solltest Du unbedingt den „Sri Lanka Reisebericht (Teil I) – Der Smaragd des Indischen Ozeans“ lesen und auch die entsprechende Vorgeschichte dazu: Dubai Reisebericht!

 

W E L C O M E  T O  T H E  J U N G L E

Little Adam’s Peak & Nine Arches Bridge

 

Am Nanu Oya angekommen bemerken wir schnell, dass es offensichtlich kein Geheimtipp mehr ist mit dem Zug durch das Hochland zu fahren. Gut 3/4 der schätzungsweise 200 Menschen am Bahnhof sieht europäisch aus. Vermutlich sind es noch bedeutend mehr, aber es ist offensichtlich, dass diese Fahrt hauptsächlich für Sightseeing und nicht für einen gewöhnlichen Transport von A nach B genutzt wird. Auch die Preise für ein Ticket variieren, wie hierzulande üblich, sehr stark zwischen Touristen und Locals (ca. 10x). Trotzdem bezahlen wir für die knapp 3-stündige Fahrt in der 2. Klasse nur 800 Rupien (ca. 5€) für 2 Personen. Der Zug erreicht den Bahnhof mit singhalesischer Gelassenheit etwa 30min später als angekündigt, aber die Aussicht entlohnt für das lange Warten. Während ich den Blick aus dem Fenster genieße, nutze ich die Zeit um meine Fotos der letzten Tage zu sichern und ein paar erste Schnappschüsse zu begutachten. Die soeben formatierte Speicherkarte bleibt bei so einem Panorama jedoch nicht lange leer. Die Fahrt wirkt kürzer als sie ist und ich muss zugeben, dass ich die Anstrengungen der letzten Tage in meinem Körper spüre…



Am frühen Abend kommen wir in Ella an. Eine sehr lebendige Stadt mit vielen Touristen, die vermutlich alle die gleiche Verbindung genutzt haben wie wir… Ein leckeres Abendessen im Café Chill bevor wir ins Feeling Good Resort einchecken, um Kräfte für den nächsten Morgen zu sammeln.

Wie jeden Tag verlassen wir gegen 5Uhr unser Hotel, um zumindest für einige der unzähligen schönen Orte des Landes das passende Licht zu erwischen. Heute ist es besonders wichtig früh zu starten, denn wir wollen auf den Little Adam’s Peak und den Sonnenaufgang von der Spitze des etwa 2000m hohen Berges fotografieren. Das Klima ist für den Aufstieg angenehm und die Stufen einfach zu nehmen, sodass wir bereits nach 45 Minuten oben ankommen. Der Wind peitscht auf dem Gipfel schon ziemlich heftig und zur blauen Stunde sind es gerade einmal 10°C. Zum ersten Mal seit Tagen wünsche ich mir eine Jacke. Ich suche mir einen geeigneten Ort um mein Stativ zu platzieren und mache ein paar Langzeitbelichtungen in Richtung aufgehender Sonne – ein schöner Moment…



Vom Little Adam’s Peak geht es direkt weiter zu unserem nächsten Ziel, der Nine Arches Bridge. Eine Zugbrücke mitten im Dschungel, die durch ihre 9 Bögen optisch sehr an ein römisches Aquädukt erinnert. Der Weg dorthin führt mitten durch den Wald, über teils befestigte, teils unbefestigte Wege. Mit der steigenden Sonne und ihren wärmenden Strahlen, die durch die Äste der Bäume scheinen, entdecken wir einige farbenfrohe Vögel, die aufgrund ihrer Schnelligkeit und der kontrastreichen Lichtverhältnisse jedoch nur schwer zu fotografieren sind.

Fun Fact: Das Nationaltier des Landes ist übrigens kein Elefant oder ein ähnlich exotisches Tier, sondern das Ceylon-Huhn, welches sich nur marginal von dem bei uns bekannten Vogel unterscheidet.

Auf unserem Weg steigt uns immer mal wieder ein beißender, fauliger Geruch in die Nase, dessen Ursache schnell gefunden ist. Die für das einheimische Curry gerne genutzte Jackfrucht, die richtig zubereitet übrigens echt lecker sein kann, wächst hier. Es kommt also vor, dass einige der kohlartigen Pflanzen nach dem Aufprall auf den Boden in der Sonne vor sich hingammeln und mit ihrem feinen Odor auf sich aufmerksam machen.

Die Brücke ist gigantisch! Aufgrund der Tatsache, dass hier nur noch wenige Züge fahren können wir bedenkenlos die Seite wechseln, um eine schöne Perspektive auf die Krümmung der Überführung zu bekommen. Obwohl die Sonne bereits sehr hoch steht und für unschöne Schatten auf der Brücke sorgt, bin ich zufrieden mit dem Foto, dass zwar nicht an der Wand landen, mich aber an einen weiteren wunderbaren Moment erinnert wird.



Eingefangen von den Eindrücken des frühen Tages haben Melanie und ich komplett vergessen, weshalb wir vor dieser Reise noch ein wenig beunruhigt waren. Eigentlich soll es ja hier wilde Tiere geben. Wenn nicht im Dschungel, wo dann? Im Nachhinein nicht wirklich überraschend, passt ein altbekanntes Sprichwort zu unserer nächsten Begegnung: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“ Eine etwa 2-3 Meter lange, unterarmdicke, grün-braune Schlange kreuzt unseren Rückweg. Im ersten Moment bin ich erleichtert, dass sie sehr schnell an uns vorbeizischt und es nur schwer ist zu erkennen um welche Art es sich handelt. Als sie im Busch verschwunden ist und unser Guide uns versichert, dass sie ihr Gift nicht lebensbedrohlich ist, bin ich jedoch mental wieder im Urwald angekommen…

Das hier ist nicht der Duisburger Stadtwald. So viel ist klar!

 

T H I S S A M A H A …  W A S ?

Semantische Feinheiten von einem der schönsten Orte des Landes

 

Wir fahren weiter auf der A23 Richtung Süden. Neben weiteren tollen Motiven (wie den gut besuchten Ravana Falls) und einer Aussicht, die an die vermutlich schönste Zugfahrt meines Lebens erinnert, führen wir mit unserem Guide Kumara interessante Gespräche über Schicksal, Karma und Religion. Besonders die Zufriedenheit und Freundlichkeit der Menschen hier ist deutlich spürbar und ist eine Form von mentaler Erholung, die ich in Europa sehr vermisse. Der recht komplexe Inhalt der in Sri Lanka praktizierten Glaubensrichtungen Buddhismus und Hinduismus ist unheimlich interessant und ich ziehe einen Hauptgedanken aus den bisherigen Erfahrungen mit den Menschen dieses Landes: Habe Respekt und Achtung vor allem was dir auf deiner Reise begegnet und dein Leben erfährt die pure Erfüllung. Probleme scheint es nicht zu geben, denn jeder versteht jeden und man unterhält sich stets auf Augenhöhe. Sehr bemerkens- und erstrebenswert!

Um unsere Impressionen bezüglich des singhalesischen Glaubens abzurunden besuchen wir kurzerhand die Tempelanlage Buduruwagala. Sieben in Stein geschlagene Abbilder strecken sich uns empor und erinnern an die Anfangszeit der Mahayana Lehre, eine der Hauptrichtungen des Buddhismus. Die größte Statue in der Mitte des Tempels misst gute 16 Meter und ist über 1000 Jahre alt. Ehrfürchtig vor der Tradition und der Kultur des Landes knie ich mich hin und versuche für einen Moment diese unvergleichbare Atmosphäre auf mich wirken zu lassen…

Ein kurzer Hinweis am Rande: Fotos sind in den meisten Fällen kein Problem. Man sollte sich in den Tempelanlagen jedoch respektvoll verhalten und die Benimmregeln einhalten (Götzen niemals mit zugewandtem Rücken fotografieren, Kleiderordnung beachten, etc.).



In Thissamaharama angekommen sehen wir ein paar Elefanten, die für eine abendliche Zeremonie im Fluss gewaschen und anschließend prunkvoll bekleidet werden.

Ein weiterer Fun Fact: Da der Name „Thissamaharama“ selbst für die Locals so schwer auszusprechen ist, wird nicht nur umgangssprachlich, sondern auch auf Straßenschildern meistens nur von „Thissa“ gesprochen. Easy!

Die Stadt, die früher einmal die Hauptstadt des singhalesischen Königreichs war, liegt an einem der größten Seen des Landes und beheimatet in seinem weitläufigen Schilf- und Sumpfgebiet einige weitere wunderbare Tiere.

Reier, Ibisse, Kormorane und Pelikane sind besonders zur goldenen Stunde sehr aktiv. Wir sehen sogar ein Krokodil, das sich an der nur etwa 30 Meter entfernten Ufer Seite entspannt. Ziemlich unauffällig und abseits des Tumults entdecken wir zudem ein paar Blauschwanzsittiche, die ihre Köpfe aus den Astlöchern der Bäume strecken und ebenfalls das Zwielicht für die Suche nach Futter nutzen. Je dunkler es wird, desto aktiver werden zudem auch alte Bekannte, die uns bereits in Peradeniya sehr fasziniert haben. Gegen 18Uhr ist fast der ganze Himmel von Flughunden bedeckt, die mal wieder einen großen Auftritt haben. Ein toller Ort an dem wir gerne etwas mehr Zeit verbracht hätten.

Unsere Unterkunft für die Nacht ist das Thaulle Resort und die mit Abstand teuerste Einrichtung auf unserer Rundreise. Es ist ein Spa Hotel, doch unterscheidet sich bis auf die Größe der Zimmer und der Lage des Hotels nicht sichtlich von unseren bisherigen Hotels.



 

Y A L (L) A  Y A L (L) A

Auf der Suche nach dem Leopard

 

Wieder einmal klingelt der Wecker zu einer unmenschlichen Uhrzeit. Wir besuchen den Yala Nationalpark und um die Chancen zu erhöhen eines der heiß begehrten Fotos der dort lebenden Leoparden zu bekommen, ist es empfehlenswert bereits eine Stunde vor Öffnung des Parks am Tor zu sein. Wie es sich für deutsche Touristen gehört, sind wir die ersten am Eingang und warten darauf, dass die Tore sich öffnen. Da die häufig in der Savanne anzutreffenden Leoparden sehr scheu sind, entscheiden wir zuerst sie und dann die anderen Tiere zu finden. Der Weg ist holprig und voller Schlaglöcher. Etwa eine Stunde fahren wir durch die Anlage im Südosten des Landes, bevor wir über Funk darüber informiert werden, dass zwei Leoparden nur unweit von uns entfernt gesehen wurden. YES! Dort angekommen erwartet uns jedoch der ernüchternde Anblick von knapp 30 anderen Jeeps, die natürlich alle an den Leoparden interessiert sind und uns den Blick versperren. Nur mit meinem Teleobjektiv gelingt mir ein flüchtiger Blick auf den vom Baum herunterbaumelnden Schwanz eines der beiden Tiere. Gesehen habe ich sie also schon, nur das passende Foto fehlt mir noch…

Der Park ist sehr touristisch ausgelegt, deshalb gibt es hier viele Guides die sich darum kümmern, dass für alle Besucher ausreichend Möglichkeiten eingeräumt werden die Leoparden aus nächster Nähe zu erleben. Wenn es jedoch kurz bevor wir ankommen anfängt zu regnen, können selbst die Guides nicht helfen. Leoparden sind eben auch nur große, wasserscheue Katzen und deshalb ziehen sie sich ziemlich schnell aus der Baumkrone zurück in das nächste Gebüsch… SHIT!

„Manchmal kehren sie an den gleichen Ort zurück, wenn es aufgehört hat zu regnen“, ermutigt unser Fahrer uns dazu im Gegensatz zu den anderen Jeeps noch ein paar Minuten zu warten. Mit uns gibt es nur noch zwei weitere Gruppen, die es für eine guten Vorschlag halten eine weitere Stunde des anbrechenden Tages hier zu verweilen. Leicht übermüdet und etwas frustriert von der bisherigen Fotoausbeute packe ich mein Objektiv beiseite und halte es mittlerweile für eine blöde Idee noch weiter auf die Rückkehr der Leoparden zu setzen, bevor es tatsächlich doch noch passiert…

„OVER THERE!“ ruf Melanie, die gesehen hat, wie sich einer der beiden Leoparden rotzfrech und nur wenige Meter von uns entfernt mitten auf die Straße setzt und uns anstarrt. Unfassbar! Da ist sie, die 1:1.000.000 Chance auf ein Foto von einem frei lebenden Leoparden direkt vor unserer Nase. Ich schnappe meine Kamera und drücke ab. Der Moment dauert keine Minute bevor das Tier wieder im Gebüsch verschwindet und ich habe das Foto des Tages im Sack! Pure Ekstase und eine weitere krasse Geschichte, die ich gedanklich von meiner Bucket-List streiche…

Das Beste an der Safari ist jedoch nicht das soeben geschossene Foto, sondern die Tatsache, dass die ungemeine Artenvielfalt im Yala Nationalpark mir noch viele weitere tolle Fotos und meine erste Begegnung mit meinem neuen Lieblingsvogel beschert – dem Bienenfresser.

Insgesamt 4 Stunden sind wir im Park und genießen den trotz Menschenandrangs sehr empfehlenswerten Aufenthalt.



 

E I N  E C H T E S  P A R A D I E S

Koggala und die Südküste

 

Was für ein Tag?! Ich nehme mir erneut vor das Motto „Erwarte das Unerwartete“ in Zukunft ernster zu nehmen und lehne mich entspannt in den Sitz unseres Toyota Prius. Wieder einmal hat es sich gelohnt früh aufzustehen und geduldig zu bleiben. Ein wenig wehmütig, dass unsere Reise durch das Landesinnere nun vorbei ist, freue ich mich auf die kommenden Tage am Strand von Koggala. Die dreistündige Fahrt entlang der Südküste Sri Lankas gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf die Schönheit des Indischen Ozeans und erzeugt in uns die Vorfreude auf Mee(h)r.

Von den nächsten 6 Tagen verbringen wir die Hälfte im Koggala Beach Hotel, da unser eigentlich gebuchtes Zimmer im The Beach Cabanas eine defekte Klimanlage besitzen soll und alle anderen Zimmer ausgebucht seien. Als Wiedergutmachung überreicht man uns den Schlüssel zur einzigen Suite im benachbarten Hotel unter gleicher Führung. Nicht zuletzt weil das Personal sehr freundlich und das 80qm große Apartment sehr schön ist, macht uns diese ungewollte Überraschung nichts aus. Das Koggala Beach Hotel liegt direkt am Meer und ist eine leicht größere Anlage als sein etwas exklusiverer kleiner Bruder nebenan. Das Essen vom Buffet ist gut und bietet sowohl internationale als auch, die deutlich schmackhaftere, einheimische Küche. Wir lassen es uns gut gehen und genießen die nächsten Tage am touristenleeren Sandstrand. Die Wellen hier sind mit guten 3 Metern ziemlich hoch und laden mehr zum Surfen als zum Schwimmen ein. Für eine kurze Abkühlung und ein wenig Planschen ist das Meer aber bestens geeignet.

Auf unseren fast täglichen Spaziergängen zum Sonnenauf- und -untergang entdecken wir neben vielen ansehnlichen Pflanzen auch ein paar Einsiedlerkrebse, die sich hin und wieder mal aus den Mangroven heraustrauen. Die kleinen Überlebenskünstler sind überraschend schnell und lieben es in feuchtwarmen, geschützten Orten unterzuschlüpfen. Der Strand an sich ist sehr abwechslungsreich und so finden wir neben einigen eindrucksvollen Steinformationen im Meer auch die durch National Geographic bekannt gewordenen Stelzenfischer, die ein noch imposanteres Motiv abgeben. „Das Handwerk beherrschen hier noch alle. Fische gefangen werden, seitdem der Bestand durch die großen Boote und dem eigentlich verbotenen Netzfang stark reduziert wurde, aber eher selten. Davon leben können wir schon lange nicht mehr.“ erklärt mir einer der älteren Fischermänner mit dem ich mich über eine Stunde unterhalte. „Das hier ist nur noch für die Show!“ Eine ziemlich gute, wie ich finde und dazu noch für einen guten Zweck. Ein sehr beliebtes Foto unter Touristen und daher eine recht gute Einnahmequelle für die Menschen, die vor einigen Jahren durch den Tsunami nahezu alles verloren haben…



Besonders hier, an dem paradiesisch schönen Ort Koggala, merkt man wie zufrieden und dankbar die Menschen sind, obwohl sie augenscheinlich nur wenig besitzen. Keiner dieser Leute wird jemals die Gelegenheit bekommen etwas anderes zu sehen als das hier, denn Flüge oder Urlaub allgemein sind teuer und ein Luxus den sich die Menschen in Sri Lanka nicht leisten können. Das Gespräch mit dem Fischer war extrem inspirativ und hat meine Denkweise nachhaltig beeinflusst. Ein sehr krasses, aber für mich treffendes Zitat ist das Folgende:

„Ich habe geweint, dass ich keine Schuhe hatte, bis ich einen gesehen habe, der keine Füße hatte.“ – Giacomo Leopardi

Wir verbringen nahezu jeden Abend am Meer und sind dankbar für jeden Moment den wir haben und für die Möglichkeit hier sein zu können.

Um etwas Abwechslung vom Hotel zu bekommen, beschließen wir mit dem TukTuk entlang der Küste, Richtung Westen, zu fahren. Im etwa 15km entfernten Unawatuna soll es eine schöne Bucht geben, die sich hervorragend zum Schnorcheln eignet. Der Strand hier unterscheidet sich deutlich von dem in Koggala, denn das Wasser ist um einiges ruhiger und es gibt erkennbar mehr Touristen. Wir sprechen einen der vielen Bootsmänner an und vereinbaren mit ihm eine Schnorcheltour zum sogenannten Jungle Beach. Dort angekommen verstehen wir den Grund für den Namen des Strandes. Kristallklares Wasser durch das man bereits vom Boot aus einen unglaublichen Blick auf die bunten Fische und Korallen bekommt. Ein wenig außerhalb gibt es sogar ein kleines Schiffswrack, das nur wenige Meter unterhalb der Meeresoberfläche liegt und mit einem tiefen Atemzug zu erreichen ist. Lediglich die Strömung, die sowohl in Koggala als auch in Unawatuna sehr stark zu spüren ist, sorgt dafür, dass wir nach einer Stunde Schnorcheln ziemlich im Eimer sind…

Im Gegensatz zur Strandpromenade in Koggala finden sich in Unawatuna viele Restaurants und Bars. Wir genießen den Ausblick und ein wiederholt fantastisches einheimisches Essen, bevor wir entscheiden, den Saama Stupa Tempel zu besuchen, den wir bereits vom Boot aus gesehen haben. Der Tempel liegt direkt an der Spitze einer steilen Felsküste und ist in wenigen Minuten, fußläufig zu erreichen. „Fußläufig“ ist übrigens ein sehr gutes Stichwort, denn es ist erforderlich die Tempelanlagen mit angemessener Bekleidung (Schultern und Knie bedeckt) und ohne Schuhe zu betreten (Socken sind okay). Blöd ist, wenn man ausschließlich mit FlipFlops (ja, die zählen auch als Schuhe) unterwegs ist und der Steinboden des Tempels durch die glühende Sonne eine eher unangenehme Temperatur erreicht hat. Also hüpfen wir von Schatten zu Schatten und fühlen uns zeitweise wie bei einem Feuerlauf. Oben angekommen und mit leicht verbrannten Fußsohlen werden wir mit einer gigantische Buddha Statue und einem sagenhaftes Panorama über die Küste der Stadt mit Blick bis zum benachbarten Ort Galle belohnt.



Nach der Hälfte unseres Aufenthalts in Koggala wechseln wir in unser eigentliches Hotel. Das nur wenige Meter entfernte The Beach Cabanas liegt ebenfalls direkt am Strand und hat einen separaten Zugang. Die Bungalow Apartments hier sind traumhaft schön und besitzen neben einer eigenen Terrasse eine Glasfront mit Blick auf das Meer. Besonders morgens zum Sonnenaufgang ein unvergleichbares Erlebnis! Das Essen im Hotel ist wie der Ausblick, noch ein wenig besser als im Koggala Beach Hotel. Es gibt hier kein Buffet, sondern ein Restaurant fast unmittelbar am Strand. Da wir eine All Inclusive Option gebucht haben, bekommen wir einen täglich wechselnden Auszug aus der Menükarte und können uns quasi aussuchen was wir gerne essen möchten. Beim Frühstück und Abendessen läuft es ähnlich, alle Speisen sind ausnahmslos hervorragend! Auch hier genießen wir die Ruhe und Entspannung und müssen den Ort mit nur wenigen Urlaubern teilen.



Unsere Zeit auf der Insel wird knapp und so müssen wir uns entscheiden, ob wir noch einmal ins Landesinnere fahren, um einen Tag im Sinharaja Regenwald zu verbringen oder einen halbtägigen Ausflug zum Whale Watching nach Mirissa vorziehen. Weil wir zeitlich flexibel sein wollen, entscheiden wir uns für den Bootsausflug. Es geht wie immer früh morgens los und am Hafen von Mirissa angekommen merken wir, dass wir bei weitem nicht die einzigen sind, die an dieser Tour interessiert sind. Etwa 5 Boote mit jeweils gut 100 Passagieren fahren zu selben Zeit los und treffen sich mit weiteren 15-20 Booten auf dem offenen Meer. Die Fahrt dauert recht lange, aber wir sehen besonders am Anfang unseres Ausflugs einige der für Sri Lanka typischen kleinen Auslegerkanus und bekommen einen außergewöhnlichen Blick auf die Küste Mirissas und Mataras. Es vergehen gute zwei Stunden bis wir das erste Zeichen am Horizont erkennen. Die Fontäne eines Blauwals! Wie magnetisch ausgerichtet drehen alle Boote in Richtung Wasserfontäne ein und fahren mit Volldampf los. Als das größte Säugetier der Erde neben einem kleinen Ausflugsboot auftaucht wird mir bewusst wie gigantisch seine Ausmaße sind. Wir sehen meistens nur die Finne (Rückenflosse) und die Fluke (Heckflosse) des etwa 30m langen und bis zu 200t schweren Tiers, bevor es für weitere 20-30 Minuten verschwindet. Schon ein krasser Gedanke, wenn man sich bewusst macht, dass wir gerade einmal grob 10% des Wals sehen und sich der Rests noch unter der Wasseroberfläche befindet.

Die Vorgehensweise bleibt für die nächsten 2 Stunden die selbe: Die Crew hält Ausschau nach der Fontäne am Horizont und die Boote fahren gemeinsam zum Sichtungspunkt. Die Wale werden nicht gejagt, aber es wirkt doch ziemlich befremdlich und so vergeht mir mit den wiederholt kreischenden und aufspringenden Passagieren ein wenig die Lust am Fotografieren.

Der Sinharaja wäre vermutlich die lohnenswerte Alternative gewesen, aber es war ein schöner Ausflug und meine erste Begegnung mit einem echten Blauwal – Check!



Den letzten Tag nutzen wir noch einmal für einen Ausflug mit dem TukTuk. Auf der Matrara Road Richtung Mirissa sind uns einige coole Plätze aufgefallen, die wir heute noch einmal bei Sonnenuntergang besuchen wollen. Der Sandstrand ist mehrere Kilometer lang und jede Küste bietet etwas Einzigartiges. Verschiedene Steinformationen, Surfer, eine kleine Privatinsel mit einem Haus in der Mitte und eigenem Steg. Ein perfekter Abschluss einer grandiosen Reise!



Um zahlreiche Fotos und viele unbezahlbare Erfahrungen reicher, verabschieden wir uns noch am selben Abend von einem der schönste Orte die wir bisher gesehen haben. Ist es das Asien, das ich mir vor meiner Reise vorgestellt und gewünscht habe? Nein – es ist besser! Die Menschen, das Land und die Kultur haben mich so dermaßen fasziniert, dass es wirklich schwer ist alle Eindrücke und Erlebnisse in angemessener Art und Weise wiederzugeben. Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen und ich kann jedem nur Raten einmal nach Sri Lanka zu reisen und sich selbst von seiner Schönheit zu überzeugen…

 

F A Z I T

 

Eine Reise nach Sri Lanka gehört definitiv auf die Bucket-List!

Die Rundreise durch das Landesinnere ist ein absolutes MUSS! Wir sind jeden Tag vor Sonnenaufgang aufgestanden und spät nach Sonnenuntergang ins Bett gegangen. Wir haben in sehr kurzer Zeit sehr viel gesehen und einen guten Eindruck des Landes und der Menschen bekommen. Wir haben wilde Tiere gesehen, sind von der Natur überrascht worden und durften die Kultur Sri Lankas aus erster Hand erfahren.

Ich bin noch immer überwältigt von all den Eindrücken, die wir gesammelt haben und nehme einiges aus Sri Lanka mit nach Hause – mental, kulturell, aber auch menschlich. Die Lebenseinstellung der Einwohner des Landes ist beneidenswert und hat mich in der kurzen Zeit gelehrt, meine Einstellung gegenüber vielen Dingen zu überdenken. Ich empfehle euch so viel Zeit wie möglich mit den Menschen dort zu verbringen. Die Leute vor Ort sind sehr aufgeschlossen gegenüber Fremden und äußerst redebedürftig. Es macht Spaß sich mit ihnen über das Leben zu unterhalten und sich über gegenseitige Erfahrungen auszutauschen. Je mehr Zeit ihr mit dem Reisen durch das Land verbringt, desto besser.

Ein Strandurlaub ist durchaus möglich und auch sehr erholsam, die volle Blüte Sri Lankas lernt ihr jedoch dann kennen, wenn ihr euch bewegt und nicht an einer Stelle bleibt. Es gibt viele Orte die so unterschiedlich sind, dass es nie langweilig wird. Alleine das Klima schwankte während unserer Reise und unseren Aufenthaltsorten zwischen 10°C und 35°C. Wir hatten strahlenden Sonnenschein und heftigen Monsunregen mit Gewitter.

Die singhalesische Tierwelt ist ebenso bunt wie abwechslungsreich. Nutzt auf jeden Fall die Gelegenheit die zahlreichen Nationalparks zu besuchen und genießt es die Tiere in freier Wildbahn zu erleben. Die Regenwälder eignen sich dazu hervorragend. Ich empfehle aber auf jeden Fall einen Guide, da es neben den eher harmlosen Tieren wie Wildvögeln, Elefanten und Affen auch durchaus unliebsame Arten wie Schlangen, Spinnen und Warane zu bestaunen gibt, die im Zweifelsfall gefährlich sein können.

Meine europäisch geprägte Befangenheit gegenüber Insekten konnte nicht bestätigt werden. Alle Unterkünfte waren ausnahmslos gepflegt und sauber. Selbst im Baumhaus hatten wir neben ein paar Geckos und wenigen Mücken keine „ungebetenen Gäste“. Die Hygienestandards im Land sind durchwachsen, können aber sehr gut am äußeren Erscheinungsbild eingeschätzt werden. Wo viel Müll rumliegt würde ich auch in Deutschland eher ungern essen. Das gleiche gilt in Sri Lanka auch und damit sind wir gut gefahren.

Apropos „gut gefahren“… Auch wenn ein wenig touristisch und schon lange kein Geheimtipp mehr, solltet ihr die Zugfahrt durch das Hochland nicht verpassen. Ich verspreche euch neben interessanten Menschen, eine Aussicht, die ihr nie wieder vergessen werdet. Spart euch hingegen den Besuch der öffentlichen Toiletten am Bahnhof und genießt stattdessen eines der unvergleichbaren Restaurants in der Nähe. Ihr solltet auf internationale Küche verzichten und die einheimischen Gerichte, allen voran das vielseitige Curry, bestellen, die recht günstig und extrem lecker sind.

Insgesamt war unser Urlaub in Sri Lanka eine in jeder Hinsicht wertvolle Reise, auf der sich jede Sekunde gelohnt hat. Sri Lanka ist so vielfältig, dass zwei Wochen kaum ausreichen, um alle Eindrücke aufzunehmen und ausreichend verarbeiten zu können.

Eine wichtige Info zum Schluss: Der Flughafen von Colombo wird aktuell saniert und ist deshalb tagsüber geschlossen. Checkt unbedingt vor eurer Reise, ob die Arbeiten noch andauern und wie der aktuelle Status ist. Wir haben erst während unseres Aufenthaltes davon erfahren und mussten 5 Stunden (!) vor Abflug dort sein.

 

I N F O S  &  L I N K S

 

Weitere Fotos, Videos und Stories findest Du unter:



Es würde mich sehr freuen, wenn dir auch dieser Teil von meinem Sri Lanka Reisebericht gefallen hat. Wenn Du die anderen Episoden noch nicht gelesen hast, schau sie dir auf jeden Fall an. Auf ICHBINREISEN.de findest du sowohl meinen Dubai Reisebericht, als auch den Sri Lanka Reisebericht (Teil I).

Mein Abenteuer ist an diesem Punkt auch noch nicht zu Ende. Von Sri Lanka aus geht es eine weitere Woche auf die Lofoten nach Norwegen. Was man vor einer Reise auf die Lofoten wissen sollte, worauf ich mich eingestellt habe und was ich am Ende bekommen habe, erfährst Du ausschließlich hier und zwar am 28.03. um 20Uhr!

Hast Du Fragen oder Anmerkungen zu meiner Reise? Schreib‘ uns einen Kommentar!

Wie hat dir der Blog gefallen? Ich freue mich auf deine Meinung!

Beste Grüße

Dustin

Hi, ich bin Dustin! Seit ich vor einigen Jahren meine Liebe zur Fotografie entdeckt habe, sehe ich die Welt mit anderen Augen. Ich liebe die Natur und bin so oft es geht draußen, immer auf der Jagd nach dem nächsten spektakulären Ort und Foto…
Einen Teil meiner bisherigen Abenteuer und Bilder findest du hier auf ICHBINREISEN.de – Ich freue mich auf dein Feedback!

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