Island Reisebericht Teil 2 – interessante Orte

Hi und schön, dass du wieder da bist – ich bin Lukas und das ist mein Island Reisebericht Teil 2 – interessante Orte. Falls ihr den 1. Teil verpasst habt ⬇️

HIER GEHT´s ZUM 1. TEIL 



 

Weiter geht das Abenteuer

 

Gestärkt für Islands Wildnis und interessante Orte fahren wir 3h dem Sonnenaufgang entgegen. Entlang grosser Gletscher, Wasserfällen, Gegenden wo zwischen bemoosten Lavasteinen, zerfallene Hütten stehen, dann wieder verschneite Gipfel, Vulkane, Grand Canyon ähnliche Felsformationen und weiteren Stränden wechselt die Landschaft stetig. Was auch stetig wechselt, sind die Temperaturen. Führt die Strasse entlang des Ausläufers eines Gletschers, fällt das Thermometer schlagartig um die 10°C um dann sofort wieder zu steigen, hat man die Passage hinter sich gelassen. Nach den letzten Brücken die über weite Flussdeltas führen, erreichen wir den Diamond beach an der Eislagune von Jökulsárlón. Der Himmel ist bedeckt, doch die Morgensonne drückt sich durch und taucht den Strand, der von Eis übersäht ist, in Magisches Licht! Ich packe mein Stativ aus, begebe mich zwischen die tausende von Jahre alten Eisbrocken, die vom Gletscher in die Lagune abgebrochen sind, ins Meer gespült wurden um dann am schwarzen Strand als eisige Diamanten in allen Formen und Farben liegen zu bleiben.

Unser Tagestrip führ uns 1h weiter an den Strand von Stokksnes wo ich ein bestimmtes Motiv vor Augen habe, was ich verwirklichen möchte. Es regnet als wir ankommen und wir sind praktisch alleine an diesem Ort. Es dauert nicht lange und ich finde meine im Kopf mitgebrachte Komposition und kann das Bild meiner Wünsche realisieren. Ich lasse es mir natürlich nicht nehmen, den Strand mit seinen Dünen weiter zu erforschen und entdecke spannende Motive und Strukturen im Sand. Im Hintergrund, der In Wolken gehüllte Berg und das letzte Licht des Tages. Es hat inzwischen aufgehört zu regnen.

 



 

Voller genialer Eindrücke fahren wir 4h zurück nach Skógar. Über uns der Sternenhimmel, der von der krassen Anzahl an sichtbaren Sternen schon fast einem LSD Trip nahe kommen könnte, so voll und mit Sternschnuppen übersät.

Zurück im Guesthouse werden wir unter mahnenden Worten der Hausherrin „erstversorgt“ nachdem sie herausgefunden hat, dass wir am heutigen Tag fast nichts gegessen haben.

“Hier geht niemand hungrig ins Bett“

mahnt sie und so lasse ich den Tag bei aufgewärmten Pancakes, Brötchen und Bilder sortieren zu ende gehen.

Schon fast ein wenig wehleidig verlassen wir „Hotel Mama“ und somit auch den Süden der Insel. Unser letzter Halt hier gilt dem Seljaland Wasserfall, den wir – wie könnte es anders sein – bei Regen erkunden.

Hier hat man die Möglichkeit, hinter dem Wasserfall am Felsen entlang zu gehen. Regenkleidung ist hier Pflicht! Man wird nass, ob man will oder nicht – Die Gischt trägt ihren Teil dazu bei! Nice ist es trotzdem.

 



 

Richtung Hauptstadt führt uns die Strasse Richtung Westen. Ich kämpfe mit der Müdigkeit und muss mich echt konzentrieren bei zeitweise extremem Nebel, schlechten Wischerblättern (Die Schlechtesten die ich in meiner Autofahrkarriere je hatte) und kurvigen Strassen die Reise zu meistern. Nach einem Kaffee geht’s weiter auf die Halbinsel Snæfellsnes. Durch Zufall entdecken wir hier einen kleinen Strand, und haben das Gefühl, in der Ferne etwas zu sichten! Es sind Robben, die hier vor der Küste auf Felsen auf die Flut warten. Ich beobachte die Tiere durch mein Teleobjektiv und halte anschliessen den – auf unserer Islandreise ersten Sonnenuntergang fest.

In der Nacht erreichen wir Ólafsvik, wo uns Gunnar die Türe zu unserem letzten AirBnb öffnet.

Am kommenden Morgen, geht es dann zu den Kirkjufell Wasserfällen. Einen Spot den ich schon sehnlichst erwartet habe und ich werde nicht enttäuscht! Im richtigen Winkel gestanden, ergibt sich ein sagenhaftes Bild mit den Wasserfällen und dem Berg im Hintergrund und es wird mir klar, was der amerikanische Landschaftsfotograf – Elia Locardi – meint, als er davon sprach, dass es hier jedem gelingen sollte,  eine Komposition zu finden. Nicht dass ich es angezweifelt hätte, hier nichts zu finden, doch ich sehe, dass hier großes Potential an möglichen Bildern vorhanden ist.

Nachdem ich mich mehrere Stunden mit dem Ort auseinander gesetzt habe, machen wir uns auf den Weg an die Küste. Der frühe Vogel fängt den Wurm und so stehen wir schon um 16Uhr an den Klippen von Londrangar und ich nutze die verbleibenden Stunden bis zum Sonnenuntergang damit, den Spot zu erforschen und mögliche Kompositionen zu finden um ready zu sein für den richtigen Moment.

Die Natur ist sehr eindrücklich hier und zwischen dem Möwengeschrei, hört- und siehe ich die Wellen an den Klippen brechen. Auch während des Sonnenuntergangs, ist immer noch das türkis farbene Wasser, im rot der untergehenden Sonne zu sehen. Wow – denke ich mir und die Bilder begleiten mich auch noch auf der Fahrt zurück nach Ólafsvik, vorbei an kleineren und grösseren Vulkanen. Müde, aber zufrieden, falle ich ins Bett.

 



 

„Island verabschiedet uns mit einem tollen Sonnenaufgang.“

 

Wieder einmal klingelt ein mir bekanntes Geräusch in meinen Ohren. Es ist mein Wecker, der mich wieder einmal früh… ja genau – zu früh aus dem Bett prügelt. Doch x – mal die Wiederholungstaste zu drücken wäre gefährlich, denn heute geht es wieder zurück in die Schweiz, der Weg nach Keflavik zieht sich  mit 3h doch ein wenig und zu spät am Flughafen ankommen, ist ein schlechter Deal!

Also schwarzer Kaffee (ohne nichts brrrr..), packen, Türe zu und los. Island verabschiedet uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang – für den ich natürlich schon noch schnell die Kamera aus dem Rucksack krame – während wir dem Flughafen entgegen fahren.

Dort geht pünktlich unser Flug nach Düsseldorf, wo ich Anna verabschiede und ich weiter nach Zürich fliege. Von Zürich fahre ich mit dem Zug nach 8 Tagen krasser Szenerie, tollen Farben, Sternenhimmel, Wellen, Meer, anspruchsvollem Wetter, vielen Eindrücken und spannenden Bekanntschaften, wieder nach Basel, wo ich mich dann Schluss endlich, mitten in der Stadt wieder finde.

Um mich herum wuselt es von Menschen, die teilweise mürrisch und hektisch mit ihren Aktentaschen und Koffer von A nach B rennen. Mhh – denke ich mir, stehe neben meiner Tasche, höre das Meer in meinen Ohren rauschen, meine den isländischen Wind im Gesicht zu spüren und bin froh, als Landschaftsfotograf die Möglichkeit zu haben, die Natur entdecken und sehen zu dürfen:).

 



 

Fazit

 

Island ist und bleibt ein spannendes Reiseziel und eine Empfehlung für Outdoor begeisterte Reiselustige. Für Fotografen bietet Island ein schier unerschöpfliches Arsenal an Spots und interessanten Motiven. Die Insel kann das ganze Jahr bereist werden und bietet dem entsprechend verschiedene Möglichkeiten an, das Land zu entdecken. Sollte man sich entscheiden im Winter zu reisen, sollte man sich auf jeden Fall gut vorbereiten und ich kann nur dazu raten, auch dem entsprechen das Wetter im Vorfeld des Trips zu verfolgen, sich damit auseinander zu setzen und eventuell auch ein 4×4 angetriebenes Fahrzeug in Betracht zu ziehen – was ich im ersten Teil des Island Reiseberichts schon genauer erläutert habe. Ob auf der Ringstrasse unterwegs oder individuell im Hochland (unter Umständen anspruchsvoll), ist es möglich, auch mal innerhalb des gleichen Tages, wettermässig alle 4 Jahreszeiten antreffen zu können. Gutes, robustes und wasserdichtes Schuhwerk und Kleidung die für jegliche Temperaturen und Witterungen ausgelegt sind, sind unbedingt zu empfehlen! – Auch wenn viele Touristen, mit Stilettos, Sneakers und Plastik Regenschutz die Insel „abhaken“;-).

Von wegen „abhaken“: Nebst vielen eindrücklich Naturerlebnissen, habe ich mich in diesem Island Reisebericht auch zum Teil kritisch geäussert, was den Tourismus angeht. Ob ich das soll oder nicht – diese Frage habe ich mir oft gestellt, doch finde ich es nicht richtig, nur in grenzenlose Schwärmereien auszubrechen und die Schattenseiten nicht auch zu zeigen. Das wäre nicht offen und auch nicht korrekt Dir als Leser und auch den Isländer gegenüber, die Dich als Gastfreundliche Bewohner dieser Insel, grundsätzlich als Reisender gerne Empfangen, sich aber auch mit dem Thema Tourismus in den vergangenen Jahren auseinander setzten müssen. Island erlebt durch verschiedenste Einflüsse einen rechten Tourismus-boom, welchen man deutlich spürt. Vor allem entlang der Ringstrasse und im Süden der Insel, sind viele Sehenswürdigkeiten extrem stark frequentiert und den zum Teil respektlosen Umgang mit der Natur, der Geschichte und die „Ich war im Fall da“ – Selfie Mentalität, wo Flora und Fauna nur noch Kurz – Kulisse für den Handyshot sind, können manchmal ziemlich abschrecken! Auch müssen leider zum Teil Aktivitäten schon im Voraus gebucht werden – siehe Blue Lagoon!

Nicht desto trotz bietet Island extrem viel und auch entlang der Ringstrasse finden sich eine Menge schöner Orte und eindrucksvoller Plätze! Vom Inland ganz zu schweigen. Ich empfehle eher früh oder spät an den Spots zu sein um in Ruhe geniessen zu können und auch mal die Wanderschuhe zu packen und sich auf einen Hike durch die Landschaft zu begeben. Oft sind spannende Orte auch abseits der bekannten Routen zu finden und wer den Isländer fragt, wird sicher auch einen Geheimtip ergattern können;-). Was der Boom positives mit sich gebracht hat, ist, dass Übernachtungsmöglichkeiten zwar vermehrt zu finden sind wie dies früher der Fall war, diese aber auf jeden Fall vor – gebucht werden sollten. Ist man mit dem Camper unterwegs, hat man hier natürlich eine höhere Flexibilität, was den Reiseablauf anbelangt. Von wegen Auto: Das Tankstellennetz ist dichter wie früher, es sollte aber trotzdem auf jeden Fall immer auf einen mindestens halb vollen Tank geachtet werden, da es Strecken gibt, die auch länger kein Nachtanken ermöglichen. Mit dem öffentlichen Verkehr zu reisen, würde ich persönlich nicht vorziehen, da hier nicht so ein engmaschiges ÖV Netz vorhanden ist. Der Food ist ganz klar an den Tourismus angepasst und auch kulinarisch weniger offene Menschen müssen nicht befürchten, ausser einem „Ur-islandäschen Fischeintopf“, nichts zu essen zu kriegen;-). Was jedoch nicht heisst, die isländische Küche hätte nichts zu bieten! – Tripadvisor ist hier sicher bei der Auswahl behilflich.  Bezahlt werden kann fast überall mit Karte, wobei ich hier eine VISA Karte als backup und auch einen gewissen Stock an Bargeld  empfehlen Würde. Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Trotz isländischer Krimis, gilt Island als das sicherste Reiseland der Welt – also stay cool;-)!

Ich hoffe Dir hat der Island Reisebericht gefallen und Dir auch einen Eindruck über das Land gegeben. Solltest Du Dich für eine Islandreise entscheiden, habe ich hier noch ein paar Tips und Links parat und wünsche Dir auf jeden Fall viel Spass im hohen Norden;-)

Zu guter Letzt und absolut zu erwähnen: Vielen Dank an Anna Schöppe, für die genialen making – of Bilder.

Lukas Voegelin Landscape Photography

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Infos & Links

 

Flug: Airberlin  –  Grundsätzlich gut, für Menschen mit langen Beinen – Sehr eng vom Sitzabstand. Aber auch andere Fluglinien, wie zum Beispiel Easyjet oder Icelandair – bieten interessante Verbindungen an.

Hotel: Airbnb oder ebookers  – sind eine gute Variante um Übernachtungsmöglichkeiten zu finden. Wobei ich Airbnb vorziehe.

Auto: Billigermietwagen.de – Sehr guter Service und gute Preise. Auch guter Support nach der Miete, da ich auf meiner Visa einen von AVIS abgebuchten Betrag vorgefunden habe, von einer nicht verwendeten Leistung, den ich mit Hilfe von Billiger Mietwagen problemlos zurück erstattet bekam.

Restaurants: TripAdvisor  hilft, das Richtige zu finden.

 



Hi ich bin Lukas und komme aus Basel in der Schweiz!

Ich bin Landschaftsfotograf, Fotocoach und Outdoor – Begeisterter.
Um ein schönes Bild zu kreieren, bin ich oft unterwegs und auf der Reise um die Natur zu entdecken und sie mit meinen Bildern zeigen zu können.

Erfahrungen, Begegnungen, beobachten, entdecken, erleben, dazu lernen und reisen, sind wichtige Eckpunkte der Landschaftsfotografie und machen für mich das Abenteuer Natur zu einer vielfältigen und spannenden Sache!

„Fotografie ermöglicht uns nicht nur, Erinnerungen festzuhalten, sondern auch, welche zu kreieren“

Viel Spass mit meinen Berichten!

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