Island Reisebericht Teil 1 – Das Land der Trolle und Vulkane

Hi Reise – und Fotobegeisterte, heute gibt es meinen Island Reisebericht für euch! Mein Name ist Lukas, ich bin Landschaftsfotograf und Fotocoach, war schon auf verschiedensten Orten dieser Welt unterwegs und nehme euch hier mit auf meinen jüngsten Trip, der mich in den südlichen und westlichen Teil von Islands Küste geführt hat.



 

Auf in´s Land der Trolle und Vulkane

 

Eine Insel, mitten im Atlantik, auf der halben Strecke von Europa zum amerikanischen Kontinent und nicht weit entfernt von Grönland. Das Land der Trolle, Vulkane, schwarzer Strände, Wasserfälle, heissen Quellen und wechselnder Landschaften. Ein Land wo mehr Schafe leben als Menschen – Dieses Stückchen Erde ist Island.

Los geht´s – 8 Tage reisen, fotografieren, entdecken, staunen, gegen Müdigkeit kämpfen, Eindrücke verarbeiten, Lebensenergie spüren und sich aber auch mit nachdenklich stimmenden Erlebnissen auseinander setzen.

Aber eins nach dem Andern…;-)

 



 

Meine Reise beginnt in Basel und ich habe mich entschieden von Zürich aus mit Air Berlin nach Düsseldorf zu fliegen, um dann von dort zu zweit den Weiterweg nach Island anzutreten. Von Basel geht es also los mit dem Zug Richtung Zürich Airport.

Da ich am Folgetag schon sehr früh am Gate stehen muss und es um diese Uhrzeit nicht möglich ist, mit dem öffentlichen Verkehr, die einstündige Fahrt zum Flughafen hinter sich zu bringen, stehe ich nun an der Rezeption des Dorint Airport Hotel Zürich , wo ich vom sehr freundlichen Personal meine Zimmerkarte entgegen nehme und mich mit meinem Gepäck ins Zimmer schiebe.

Der Wecker klingelt früh… zu früh – Egal: LETS DO THIS, kalt geduscht und voll gepusht geht es per Shuttlebus Richtung Flieger, der mich nach Düsseldorf und von da weiter nach Keflavik bringt. Dort angekommen, geht es zuerst zum AVIS Budget Schalter, wo der Schlüssel zu unserem Mietwagen schon darauf wartet, mit uns ins Abenteuer zu starten.

 

Tipp: „Soll ich einen 4×4 Mietwagen für Island nehmen oder nicht“?

 

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Ich empfehle dir jedoch für die Winterzeit einen Allrad angetriebenen Wagen ins Auge zu fassen, da – wie es sich nach unserer Rückkehr gezeigt hat, das Wetter schlagartig auf Schneefall und Wintersturm wechseln kann. Bist du zwischen Frühling und Herbst unterwegs und dies hauptsächlich auf der Ringstrasse, reicht ein „normaler“ PKW längstens aus, um Sehenswürdigkeiten ausserhalb des Hochlandes anzufahren.

Kontrolliere vor der Abfahrt auf jeden Fall die Funktion der Lichter an deinem Auto, da es in Island ungewöhnlich dunkel ist in der Nacht und die Strassen unbeleuchtet sind! Und da in Island der Anteil an Schafen höher ist, als an Menschen, musst du damit rechnen, dem ein oder anderen vierbeinigen, wolligen Zeitgenossen auf der Fahrbahn zu begegnen! Take care!

Den Mietwagen bezogen und nochmals auf Schrammen und Beschädigungen gecheckt (Steinschlag liegt hier an der Tagesordnung, was mich an mein 5000km Mietwagenabenteuer in Patagonien erinnert – inklusive Riss quer durch die Frontscheibe und Aussage des Vermieters „Ja jaaa – das wird nicht der letzte sein“).

Und los geht’s zur blauen Lagune, die sich in der Nähe des Flughafens befindet. Nach der langen Reise erst mal in den heissen Quellen relaxen und die Seele baumeln lassen! …Denken wir uns, werden aber am vermeintlichen Ticketschalter der Blue Lagoon jäh gestoppt, als man uns offenbart:

„wir hätten reservieren sollen und das Bad wäre bis auf zwei Monate ausgebucht“!

Dies ist also die Aussage der Isländer. Island hat sich in den letzten Jahren verändert und ich erinnere mich elf Jahre zurück, als ich Island schon einmal bereiste. Die Ringstrasse noch aus Schotterpiste bestand, Tankstellen rar waren, Hotels nur spärlich vorhanden und man – einfach mal so – in der Blue Lagoon baden konnte. Ohne Reservierung, versteht sich ;-).

Wir machen uns also gut gelaunt auf zu neuen Zielen und Fahren 1h45 Richtung Südwesten nach Hella, wo uns Thorunn Inga in empfang nimmt, die uns für zwei Nächte in ihrem gemütlichen AirBnB beherbergt.

 



 

„Schwefelgeruch in der Nase und spannende Bilder auf der SD Karte“

 

Von dort geht es am nächsten Tag früh zu den Geysiren! Kalt ist es an diesem Morgen und wir folgen der dunklen Strasse 1h nordwärts. Im Scheine der Gewächshäuser sieht man es überall aus dem Erdreich dampfen. Irgendwie gespenstig.

Wir sind die ersten Menschen des heutigen Tages, die am Strokkur stehen und hinter dem Stativ darauf warten, bis der Geysir sich mit vollem Getöse vor der aufgehenden Morgensonne bis zu 35m in die Höhe schiesst. Ein wahnsinniges Schauspiel! Das Wasser, welches hier aus dem Boden kommt, hat bis zu 100C°. Mit Schwefelgeruch in der Nase und spannenden Bildern auf der SD Karte, sind wir froh, dieses Naturschauspiel in Ruhe und vor den Menschenmassen genossen zu haben. Early bird lohnt sich hier definitiv!

 



 

Nach einem sehr guten Kaffee im angrenzenden Geysir Center, machen wir uns auf den Weg zum Gullfoss, den wir innerhalb kürzester Zeit mit dem Auto erreichen. Tosend stürzen sich die Wassermassen in die tief zerfurchte Schlucht hinab. Da an diesem Ort Schnee liegt, ist es in dieser Jahreszeit nicht möglich, direkt an die Abbruchkante des Wasserfalls zu gelangen und man geniesst das Getöse aus der Entfernung. Über Wege, entlang des Wasserlaufs, kann man Gullfoss aus verschiedensten Blickwinkeln betrachten. Nebst der Wassermassen, sind hier auch die Menschenmassen all gegenwärtig…

Weiter geht es zum Bruarfoss, der uns mit seiner extrem blauen Farbe, in ca. 30’min. Fahrzeit erwartet. Gutes Schuhwerk ist hier gefragt um den teils, sumpfigen Weg über Trampelpfade meistern zu können. Belohnt werden wir jedoch mit einem wenig besuchten Spot, der durch seine gewaltigen Farben und durch seine spezielle Art von Wasserfall besticht. Ich mache hier Bilder bis es eindunkelt. Mal regnet es, dann schneit es, dann reisst es wieder auf. Spannende Kontraste zum blauen Wasser, an dem man sich kaum satt sehen mag. Mit Hilfe der Stirnlampen bahnen wir unseren Weg zurück zum Auto.

 



 

Am folgenden Tag verlassen wir Hella und machen uns auf den Weg nach Vik. Die schwarzen Strände rufen und wir fahren 1h15′ nach Osten um auf den Sonnenaufgang vor Ort zu sein. Das Wetter ist rau, es windet, nieselt und ich baue mein Stativ am Rande der Klippe des Kirkjufjara beach auf. Die letzten Filter sind aufgeschraubt und ich beginne den Steinmonolith, der sich aus dem schwarzen Sand hervorhebt und sich gegen die See stemmt, in meine Komposition mit einzubauen.

Das braune Dünengras, das raue Wetter, der schwarze Sand und die weisse Gischt, wirken auf mich unglaublich eindrücklich! Eine steile Strasse führt uns anschliessend hoch zum Dyrhólaey Leuchtturm, von dem aus ich den gleichnamigen Felsbogen sehe, den Blick über die weiten Strände schweifen lasse und die Möwen im Starkwind beim “rückwärts einparken“ in ihre Nester beobachte :-).

 



 

Der Tourismus ist auf der Insel angekommen!

 

Wir verlassen die windigen Klippen und steuern Skógafoss an. Ein mächtiger Wasserfall, der mit lautem Getöse vor uns steht! Doch halt – wir hören ebenfalls lautes Gesumme über unseren Köpfen! Nebst Selfie Stick bewaffneten Touristengruppen, die hier nur kurz aussteigen, sich in die Gischt stellen um festzuhalten – „Ich war da“ – ist der Himmel ziemlich Drohnen lastig! Ob aus nur einem dieser fliegender Kameras ein kreatives Projekt hervorgeht mögen wir bezweifeln und entsteigen der Menschenmenge Richtung dem von uns ausgewählten Spot um uns fotografisch, Skógafoss widmen zu können.

Dass ich mein gewünschtes Bild von diesem Ort am Fusse des Wasserfalls noch machen kann, habe ich eigentlich schon aufgegeben. Doch das Glück ist spät Abends auf meiner Seite und es gelingt mir doch noch, dieses Naturschauspiel in seiner vollen Grösse und Power darstellen zu können.

 



 

Im kleinen Ort Skógar beziehen wir Quartier Skógar Guesthouse. Wir lassen den Tag mit einem Bier im Hot Pot ausklingen. Das Guesthouse ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Hier ist jeder bemüht, dass sich der Gast wohl fühlt. Unter einer Bedingung! Hier muss sich am Küchentisch unterhalten werden – Kommunikation wird hier gross geschrieben und so knüpfen wir schnell spannende Kontakte zu anderen Fotografen.

Nach einem Hammer Frühstück am Küchentisch – Hier ist’s wie bei Mutti – nehmen wir uns das Flugzeugwrack in der Nähe vor. Ich mache es kurz an dieser Stelle. Die Douglas C 117 D am Strand von  Sólheimasandur musste 1973 hier notlanden, wurde von der Navy demontiert und das Gerippe zurück gelassen. Was früher ein Geheimtip war, wird heute total überrannt mit Selfie Sticks, surrenden Drohnen und teils zerstörerischen Aktionen, so dass dieser Ort in meinen Augen einen gewissen Reiz verloren hat. Ein trauriges Beispiel vom Massentourismus und Respektlosigkeit gegenüber der Natur und Geschichte. Der Selbstdarstellung wegen.

Nach diesem Erlebnis will ich wieder in die Natur und Ich steige am Schwarzen Strand von Vik aus dem Auto. Wir begeben uns an den Strand und halten die Kraft der See, die krassen, schwarz – weissen Kontraste, die schwarzen Steine, die Wellen, das raue, regnerische Wetter und die in der Gischt stehenden Felstürme auf Bildern fest. Das ist Island…

“Wann wir denn morgen los wollen“? Werden wir von der Hausherrin am Küchentisch gefragt während dem ich meine Bilder sortiere.“Ja schon SEHR früh, da wir einen weiten Weg vor uns haben und bei Sonnenaufgang vor Ort sein wollen! Sie müsse nicht extra aufstehen wegen des Morgenessens! „Sicher nicht! Aus diesem Haus geht niemand raus ohne Morgenessen“, wird mir entgegnet und so sitzen wir  früh am Morgen am Küchentisch vor frischen Pancakes und heissem Kaffee. – Wie bei Mutti eben! …..

….. Weiter geht´s im zweiten Teil meines Island Reisebericht auf ichbinreisen.de!

Lukas

Hi ich bin Lukas und komme aus Basel in der Schweiz!

Ich bin Landschaftsfotograf, Fotocoach und Outdoor – Begeisterter.
Um ein schönes Bild zu kreieren, bin ich oft unterwegs und auf der Reise um die Natur zu entdecken und sie mit meinen Bildern zeigen zu können.

Erfahrungen, Begegnungen, beobachten, entdecken, erleben, dazu lernen und reisen, sind wichtige Eckpunkte der Landschaftsfotografie und machen für mich das Abenteuer Natur zu einer vielfältigen und spannenden Sache!

„Fotografie ermöglicht uns nicht nur, Erinnerungen festzuhalten, sondern auch, welche zu kreieren“

Viel Spass mit meinen Berichten!

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